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Biologische Station Rothaargebirge

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Zu Naturschutzzwecken erworbene Flächen

Ohne Moos nix los!

NRW- Stiftungsflaeche bei Stuenzel

Um die Naturschönheiten im Kreis Siegen-Wittgenstein erhalten zu können, ist es wichtig, Geldmittel für den Flächenkauf bzw. für die Flächenpflege einzusetzen. In der Vergangenheit erfolgte der gezielte Ankauf von naturschutzwürdigen Flächen durch den Kreis Siegen-Wittgenstein, die NRW- Stiftung, den Naturschutzbund Deutschland (NABU) und den Sauerländischen Gebirgsverein (SGV).

Logo NRW-Stiftung Besonders die Nordrhein-Westfalen-Stiftung (NRW-Stiftung) hat diesbezüglich maßgeblichen Anteil an der Bewahrung heimischer, naturschutzfachlich hochwertiger Flächen. Bis zur Gegenwart wurden von der NRW-Stiftung ca. 93 ha Flächen in vier Kulissen innerhalb Siegen-Wittgensteins erworben. Für die Flächen flossen rund 800.000 € in den Kreis Siegen-Wittgenstein.

Damit die größtenteils seltenen und wertvollen Grünlandbestände erhalten bleiben, bzw. sich regenerieren können, muss eine angepasste Bewirtschaftung oder Pflege gewährleistet sein. Dafür sorgen der NABU-Kreisverband Siegen-Wittgenstein und Biologische Station Siegen-Wittgenstein, die gemeinsam die Betreuung und Verwaltung der Stiftungs-Flächen übernommen haben. Maßgeblichen Anteil an der Erhaltung der wertvollen Flächen haben Landwirt/Innen, welche die Wiesen und Weiden nach bestimmten Vorgaben bewirtschaften.

Im Folgenden werden die Siegen- Wittgensteiner NRW-Stiftungsflächen- Kulissen vorgestellt:

Moorwiesen im oberen Benfetal in Erndtebrück- Benfe (14,4 ha)

Nasswiesen im oberen Benfetal

Hier wurden wertvolle Niedermoorbereiche sichergestellt und können nun naturschutzkonform bewirtschaftet werden. Darunter befinden sich Borstgrasrasen, die als „prioritärer Lebensraum“ nach der FFH- Richtlinie definiert werden und die hier eine Reihe von floristischen Besonderheiten aufweisen, wie z.B. Wald-Läusekraut, Quendel-Kreuzblümchen und Moosbeere. In benachbarten sumpfigen Bereichen findet sich das Sumpfblutauge. In den ausgedehnten Hang- und Talmooren kommen noch zahlreiche weitere landesweit bedrohte Arten vor. Dazu gehören unter anderem die Pflanzenarten Weißzüngel-Orchidee, Meisterwurz und Arnika. Für die bedrohten Tierarten sind stellvertretend die Bekassine, Braunkehlchen und Wiesenpieper zu nennen.

Arnikatriften und Feuchtweiden bei Bad Berleburg-Stünzel (15,1 ha)

Feuchtweiden bei Stünzel

Immer mehr in Vergessenheit gerät die einstmals für ihre Heilzwecke gepriesene, heute immer seltener werdende Arnika (auch Bergwohlverleih genannt). U.a. aus diesem Grund haben sich die Biologische Station Siegen-Wittgenstein, der NABU und die NRW-Stiftung darum bemüht, Nass- und Magerweiden in den Quellbereichen des Drehbaches westlich sowie „Am Mordsteine“ süd-östlich von Stünzel aufzukaufen, um sie für die Zukunft erhalten zu können. Neben der Arnika finden sich hier Borstgrasrasen mit Wald-Läusekraut und Kreuzblümchen. In den feuchten und nassen Bereichen kommen Breitblättriges Knabenkraut und Schmalblättriges Wollgras vor. Als Vertreter der Vogelwelt sind Wiesenpieper, Braunkehlchen und Rotmilan zu nennen.

Bergwiesen bei Burbach- Lippe und Burbach-Gilsbach sowie Bergheiden bei Burbach (52,5 ha)

Wacholderheide Gambach

Das südlich von Burbach gelegene NSG „In der Gambach“ besteht aus drei Teilflächen, von denen die NRW-Stiftung die nördliche Teilfläche erworben hat. Es handelt sich dabei um die größte noch vorhandene Wacholderbergheide des Kreises Siegen-Wittgenstein. Die Wacholderheide „In der Gambach“ ist sowohl aus kulturhistorischer Sicht bedeutsam als auch wegen ihrer Naturausstattung. Sie gehörte früher zur gemeinschaftlich genutzten Hutung von Burbach. Die gesamte Fläche wird von nassen Abflussrinnen durchzogen, in denen sich Waldbinsensümpfe ausbreiten. Auch Torfmoose treten dort auf. In den trockeneren Bereichen finden sich Heideflächen mit Besenheide, Heidelbeere und Preiselbeere mosaikartig verzahnt mit Borstgrasrasen, in denen Quendelblättriges Kreuzblümchen, Hirsesegge und natürlich Borstgras vorkommen. Zahlreiche Wacholderbüsche muten urwüchsig an, und doch sind solche Wacholderheiden durch menschliches Wirtschaften entstanden, wobei Wacholder und Borstgras eigentlich „Weideunkräuter“ darstellen, da das Weidevieh diese Pflanzen verschmäht. Interessant ist auch das Vorkommen von Neuntöter und der große Bestand der Kurzflügeligen Beißschrecke. Heidegebiete zählen ebenfalls zu den „prioritären Lebensräumen“ nach der FFH-Richtlinie.

Grünlandbrachen bei Lippe

Rund um die Ortschaft Lippe liegen ausgedehnte orchideen- und trollblumenreichen Bergwiesen. Diese weisen – im Vergleich zu anderen Grünlandregionen - heute noch ein sehr umfangreiches Arten- und Biotoptypeninventar auf. Zahlreiche Pflanzen-, Vogel- und Schmetterlingsarten - an anderen Orten längst verschwunden - geben sich hier ein Stelldichein. In den weiträumigen Streuwiesenbrachen westlich der Gemeindeviehweide kommen z.B. Färberscharte, Himmelsleiter, Nordisches Labkraut und die Trollblume vor. Aber auch Neuntöter und Raubwürger brüten hier. In den Bergwiesen rund um Lippe finden sich große Bestände der Herbstzeitlosen, die im Herbst die Täler lila färben, aber auch Schwarze Teufelskralle, Bergrispengras und Waldstorchschnabel sorgen zu anderen Jahreszeiten für blumenbunte Wiesen. Die landesweit größten Vorkommen an Braunkehlchen und Blauschillerndem Feuerfalter sind hier zu finden, aber auch Wiesenpieper, Bekassine, Neuntöter und Raubwürger leben hier. Viele Schmetterlinge wie verschiedene Perlmutter- und Scheckenfalter sowie Widderchen finden hier ebenfalls ihr Auskommen.

Im  Bereich des NSG Gilsbachtal hat die NRW-Stiftung diverse Streuwiesen aufgekauft. Das Gebiet zeichnet sich neben seinem botanischen Reichtum auch durch das Vorkommen seltener Wiesenbrüter, v.a. Braunkehlchen und Wiesenpieper aus. 

Orchideenreiche Wiesen und Weiden in der Gernsdorfer Weidekämpe (ca. 10 ha)

Orchideenwiesen bei Gernsdorf

Südöstlich von Gernsdorf befindet sich das FFH- und Naturschutzgebiet Gernsdorfer Weidekämpe mit den wohl größten Orchideenvorkommen Westfalens. Zur Blütezeit im Juni können hier Hunderttausende von Orchideen, v.a. Gefleckte - und Breitblättrige Knabenkräuter sowie Grünlichen Walhyazinthen bestaunt werden. Darüber hinaus gehört das Gebiet mittlerweile zu den bedeutenden Wiesenbrütervorkommen in Siegen-Wittgenstein. Braunkehlchen, Wiesenpieper und Neuntöter geben sich hier neben vielen anderen seltenen Vogelarten ein Stelldichein.Teile der Naturschutzgebietsflächen hat die NRW-Stiftung aufgekauft, um diese einmalige Kulturlandschaft und Lebensgemeinschaft auch für die Zukunft bewahren zu können. In frühreren Zeiten diente die Gernsdorfer Weidekämpe als Gemeindeviehweide. Damit der Charakter und Artenreichtum dieser Flächen auch weiterhin Bestand hat, bewirtschaften Landwirte diese Flächen sehr erfolgreich im Auftrag der NRW-Stiftung bzw. im Rahmen des Vertragsnaturschutzes . Für die Betreuung dieser NRW-Stiftungsflächen hat der NABU-Kreisverband Siegen-Wittgenstein eine Betreuungsvereinbarung unterzeichnet. Die Betreuung im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes und die damit verbundenen Bestandsaufnahmen von Tieren und Pflanzen erfolgen durch die Biologische Station Siegen-Wittgenstein.

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