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Ehrlich ungefährlich - Auf den Spuren unserer Fledermäuse

Mysteriöse Fledermauspirsch junger Naturdetektive im Mischebachtal

Fledermäuse stehen ganz oben in der Beliebtheitsskala junger Naturfreunde. Nicht anders war die Resonanz von 130 jungen Teilnehmern einschließlich ihrer Eltern zu deuten, die der Einladung im Rahmen der Kinder-Ferienspiele der Gemeinde Neunkirchen zu einer abendlichen Pirsch auf Fledermäuse nach Wiederstein in die Kapellenschule kamen und danach ins Mischebachtal folgten.

Fledermausveranstaltung für Kinder in Holzhausen

Schon die lehrreiche Einführung der angehenden Naturdetektive der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein machte den Teilnehmer bald klar: Wer in einer Kapellenschule bei Gebet und Gesang aufwächst, kann schwerlich mit dem Teufel im Bunde stehen. Marcel Weidenfeller vom Arbeitskreis Fledermausschutz im Westerwald, der kompetent durch die Veranstaltung führte, konnte daher Knoblauch und weitere Beschwörungswerkzeuge wieder einpacken und die Angst mancher Teilnehmer vor den nächtlichen Kobolden und der Sippschaft von Graf Dracula war besiegt.

Erlebnispädagogik in freier Natur hat bei Kindern und Jugendlichen einen überaus hohen Stellenwert, so Peter Fasel von der Biologischen Station, denn der Teilnehmer kann hierbei das Anschauungs- und Lernobjekt „begreifen“. Daher werden die Teilnehmer mit vor Ort genommen, um alle Sinne anzusprechen. Fledermäuse entziehen sich als lautlose Jäger, die in engen Felsritzen, hohlen Bäumen oder in dunklen Holzspalten von Gebäuden leben der direkten Beobachtung. Ihre schwarzen Silhouetten und der wendige Flug sind - wenn überhaupt - dann nur am dämmrigen Himmel oder in der Nacht um eine Laterne fliegend auszumachen.

Zunächst jedoch ging es um allgemeine Fragen wie etwa zur Einordnung im Tierreich, zur Ernährungsweise, zu unseren heimischen Arten und zu den Erkennungsmerkmalen der Arten und Familien, die ja mit den tropischen Flughunden eng verwandt sind. Durch Fang- und Jagdspiele wurde den Kindern auch schnell verständlich, auf welche Weise eine jagende Fledermaus zu den Insekten als Beutetiere kommt. Dann ging es in mehreren Gruppen leise in die Dachstube der Kapellenschule. Der Heimatverein Wiederstein, vertreten durch seinen Vorsitzenden Manfred Eibach und aktive Vereinsmitglieder, stellten hierzu die Kapellenschule sowie zahlreiche Bänke für die Spiele zur Verfügung. Hinter einer transparenten Fachwerkverkleidung gelang es im Schein einer Lampe dann sogar einzelne Tiere in ihren Tagesverstecken beim Putzen der Flügel kurz vor dem abendlichen Ausflug zuzusehen.

Zur Beobachtung der nächtlichen Jagd von Wasserfledermäusen hatte Karl-Heinz Müller den Fischweiher des Angelsportvereins Mischebachtal bei Einbruch der Dunkelheit freigegeben. Hier kam dann technisches Equipment vom Feinsten in Form von Ultraschalldetektoren für die nächtlichen Detektive zum Einsatz. Diese Frequenzmodulatoren ermöglichen es im Schein einer starken Taschenlampe den Flug zu verfolgen und zeitgleich den fliegenden Wasserfledermäusen bei der Insektenjagd „frequenzmoduliert“ zuzuhören.

Zurück gings im Schein der Taschenlampe im Dunkeln. Ein tolles Ferienerlebnis, sei diese Führung gewesen, meinte einer der Teilnehmer und fragte gleich nach der nächsten Fledermausnacht.

Weitere Veranstaltungen und viel Wissenswertes über die Geheimnisse aus der heimischen Tier- und Pflanzenwelt können daher interessierte Naturdetektive in den Veranstaltungsprogrammen für Jugendliche und Erwachsene der Biologischen Station in Erndtebrück bzw. im Internet erfahren. Bis Ende August werden mehrere Termine anlässlich der Batnight 2010 Einblicke in das Leben dieser geheimnisvollen Nachtjäger ermöglichen. Weitere Informationen zur europaweit durchgeführten Batnight finden sie unter www.batnight.de

Für Rückfragen: Peter Fasel

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